Beim aufräumen gefunden – Erster Teil

11. Januar 2014

Ich werfe keine Rollenspielnotizen weg. Ich bekenne mich schuldig: Ich bin Rollenspielmessie. Ich habe immer noch meinen ersten DSA Charakter der das Soloabenteuer in der Dämonenbrache überstanden hat. Ich habe auch noch Aufzeichnungen und Notizen meiner ersten D&D Kampagne. Einen klapprigen Cthulhu Professor mit zwei Doktortiteln gibt es auch noch. Dann natürlich meinen ersten Paladin. Meinen zweiten Paladin. Notizen über ein Reiseabenteuer, das vor Erreichen des Ziels abgebrochen wurde und noch viele Sachen mehr. Aber manchmal bin ich doch überrascht was sich in den Abgründen der Schubladen und in einigen Sammelordnern befindet. Beim Aufräumen habe ich ein paar Dinge gefunden und vielleicht gibt es ja noch andere Blogger da draußen, die ebenfalls lang vergessenen Rollenspielkram beim Aufräumen entdecken und ihn vorstellen möchten. Im Grunde passt das auch zu unserer letzten Podcast Episode. Die Fundstücke zeigen warum ich gerne Spielleite. Ich male gern Karten, ich plane gerne Kampagnen und schreibe Kampagnen gerne auf 😉

 DSA 1995

Als ich den aventurischen Boten bestellte hing ich jeden Tag am Briefkasten. Es war mein erstes Abo von irgendwas überhaupt. Doch die Nachrichten aus Aventurien ließen auf sich warten. Lange warten. Wochen vergingen… bis dann ein großer, brauner Briefumschlag auf dem Küchentisch lag. Darin war eine Ausgabe des aventurischen Boten und Nachrichten aus der Redaktion:

DSA1995Und was für Produkte da angekündigt wurden! Rauhes Land im Hohen Norden – Der Titel hat mich schon umgehauen und dank des Heftes wusste ich ja, dass ich nicht lange auf die Regionalbeschreibung warten muss. Gut das Cover war noch nicht da, aber Herbst 1995, das war zum greifen nahe… Wenn ich sie zu Weihnachten hätte, könnte ich bei Schneegestöber am Fenster über das Bornland lesen und Abenteuer planen… Im März 1998 erschien die Box und mein DSA Interesse war schon lange geschmolzen wie der Schnee des Jahres 1995.

DSA1995 - 2Blättern wir etwas weiter und blicken wir auf ein Kuriosum aus der Zeit ohne Internet:

DSA1995 - 3Man kann ja über DSA unken und mit allem möglichen nicht einverstanden sein, aber das war Service! Es gab auch Regionalmeister die noch per Brief Regelfragen beantworteten. Ich hab nie mit denen Kontakt aufgenommen und diese Nummer hab ich auch nie gewählt, aber ich hätte es tun können. Ich frage mich wie oft da angerufen wurde und was die Leute gefragt haben… Wobei letzteres ja im Aventurien Lexikon kurz angerissen wurde.

Vorletzte Seite und ein Ding der Unmöglichkeit bzw. eine Beschäftigung für laaaaange Winterabende:

DSA1995 - 4Ich hab es nie gelöst. Die Buchstaben stammen von einem Schulfreund, der sowas gerne machte. Muss eine Heidenarbeit gewesen sein!

Die vergessenen Karten und Kampagnen der Vergessenen Reiche

Kommen wir zu was anderem. Die D&D Zeit kam weit nach DSA, aber war umso einschlagender. Mit den Vergessenen Reichen hatte ich das ideale Fantasy-Setting gefunden. Die Kampagnen schrieben sich wie von selbst und die Karten zeichneten sich wie von selbst:

MirabarDas ist Mirabar – die Waffenschmiede Faerûns. Beschrieben wird die Stadt als wehrfähige Festung mit verschiedenen Verteidigungsringen und einem nobeln, parkähnlichen Viertel in der Stadtmitte. Ich habe überall nach einer Stadtkarte gesucht, habe jedes Supplement durchgeblättert, aber nie eine Karte gefunden. Also zeichnete ich selber eine. Da wir nur zwei Spielabende in Mirabar blieben und zum großen Finale nie zurückkehrten, hat sich die Arbeit irgendwie nicht gelohnt… Aber zumindest hab ich gute Erinnerungen an die zwei Spielabende.

In dieser Zeit hab ich magische Gegenstände auch immer mit einer kleinen Erklärung oder Hintergrundgeschichte versehen, weil wir einen Barden in der Gruppe hatten. Hier ein Beispiel für einen Drachentöter:

WaffeDie Kampagne führte rasch in den Grat der Welt. Das höchste Gebirge im Norden Faerûns. Zahlreiche alten Zwergenfestungen und Riesenzitadellen gab es hier zu entdecken. Die Spielercharaktere konnten in den Archiven Mirabars eine alte Karte aufspüren, die einige der Festungen eingezeichnet hatte:

Grat der Welt - 1Leider waren im Laufe der Zeit die Namen der Festungen in Vergessenheit geraten. Die Spielercharaktere waren aber auf der Suche nach einer bestimmten Festung und so fanden sie im Laufe des Spiels Hinweise auf weitere Festungen und man konnte die Namen erfahren:

Grat der Welt - 2Sicher in einer Klarsichthülle konnte ich so die Namensschilder aufkleben, wann immer etwas neues entdeckt wurde.

Es gab aber auch andere Orte im Grat der Welt, die interessant waren. Einem toten Goblin konnte man diese Karte abnehmen:

Grat der Welt - 3Der Götze musste etwas zu bedeuten haben. Wir haben es nie erfahren, da auch hier das Interesse an D&D erlosch und von Cthulhu überschattet wurde. Das schöne ist aber, dass ich diese Karten immer noch verwenden kann. Die Göztenkarte ist so generisch, dass sie in jedem Fantasy-Gebirge eingesetzt werden kann. Es gab aber auch Minenabschnitte die erforscht werden mussten. Eine dieser Minen wurde von einer Bestie heimgesucht und da diese Mine unter dem Schutz Mirabars stand (und die Abenteurer im Auftrag der Stadt unterwegs waren) wagten sich die Spielercharaktere hinab in die Tiefen:

MinenAber nun kommen wir zu meinem persönlichen Highlight. Ich habe gerne Kampagnen gebaut und ich habe auch gerne mit einem meiner Spieler Kampagnenideen entwickelt, bei denen man abwechselnd leitet. Eine dieser Kampagnen hieß Die Chroniken der Nacht und war von epischem Umfang. Dank des genialen Cloak & Daggers bzw. Lords of Darkness (ein Buch über Organisationen in den Realms) entwickelten wir ein Verwirrspiel das so geschickt ausgearbeitet war, dass ich einen umfangreichen Notizzettel anfertigen musste. Es war großartig, abenteuerlich, für Spieler wie Spielleiter völlig undurchschaubar – kurzum völlig bescheuert!

WesttorIch habe heute keine Ahnung was das bedeutet. Es war so genial das man es wohl nicht zu Papier bringen konnte, aber es ergab alles Sinn… Irgendwann einmal… Die Nachtmasken von Westtor (Vampire) und die Feuermesser aus Cormyr (Auftragsmörder) führten wohl Krieg gegeneinander, weil die Feuermesser von Westtoragenten unterwandert waren. Es gab dann noch Rote Magier aus Tay, einen korrputen Stadtfürsten aus Marsember und arroganten Adlige in Cormyr… Was ein Durcheinander! Und am Ende stand ein Kampf gegen die Vampire. Wir haben es übrigens nie gespielt, aber ich habe eine Sammelmappe mit Material, inklusive eine Auflistung der Westtor Herrscherdynastien. Hab ich erwähnt das ich gerne recherchiere? 😀

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